Ich bin fremdgegangen – soll ich es erzählen?

Wie viele Fragen zum Thema Untreue gibt es auch für diese Frage keine eindeutige Antwort. Und wenn doch, dann lautet sie Jein.

Warum ist das so? Es hängt grundsätzlich von der jeweiligen Partnerschaft ab und den beteiligten Personen. Eine Frau, die ihrem Mann einen Seitensprung beichtet, kann beim Mann nicht nur Schmerz sondern vor allen Dingen eine Kränkung des männlichen Ehrgefühls herbeiführen und zu einer tiefen Verunsicherung beim Mann sorgen. Folge können Minderwertigkeitskomplexe sein, aber im Umkehrschluss auch Aggressionen freisetzen, die sich wiederum auch gegen die beichtende Partnerin richten können.

In Fällen dieser Art zerstört eine Liebesbeichte weit mehr als sie rettet, denn unweigerliche Folge sind endlose Diskussionen sowie ein zerstörtes Vertrauensverhältnis. Eine derartige Situation ist selbstredend nicht nur in der beschriebenen Ausgangssituation – Frau ist fremdgegangen und beichtet es dem Mann – denkbar, sondern auch im umgekehrten Fall, nur dass Frauen, denen ein Seitensprung gebeichtet wird, nicht immer so dramatisch reagieren wie Männer.

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Wann aber kann eine Offenbarung des Fehlverhaltens nützlich sein? Eigentlich nur dann, wenn der Seitensprung und die daraus resultierende Affäre sich zu einer realen Bedrohung der Ehe oder Partnerschaft entwickelt hat. Denn durch die lange andauernde Affäre stellt man die eigene Beziehung auf andere Basispfeiler als ursprünglich gedacht. Folge einer fortwährenden Zweitbeziehung und Affäre kann nämlich sein, dass man sich mit der Dauer immer weiter vom ursprünglichen Partner entfernen kann.

Wenn nun aber noch ein Funken Hoffnung für die Erstbeziehung als dauerhafter Fortbestand gewährt werden soll, dann muss der betrogene Partner davon wissen, damit seinerseits oder ihrerseits gegebenenfalls um die Beziehung gekämpft werden kann. Hierzu ist es erforderlich zu wissen, dass man kämpfen muss und was dem Mann oder der Frau in der Partnerschaft gefehlt hat und zum Seitensprung und der daraus folgenden Affäre geführt hat. Quasi wird also eine Zwischenbilanz innerhalb der Ehe oder Partnerschaft gezogen mit der abschließenden Feststellung, was gefehlt hat und warum sich aus dem Seitensprung eine dauerhafte Zweitbeziehung entwickelt hat. Warum ist man schwach geworden? Man kann es ja ohnehin nicht mehr ungeschehen machen, aber man kann es zumindest analytisch betrachten und gemeinsam versuchen, eine Lösung zu finden und den Kampf um die Beziehung aufnehmen.

Nicht zuletzt ist es manchmal ein Seitensprung, der die eigene Partnerschaft wieder ankurbelt, denn einerseits kann das neu erlebte oder vielleicht „erlernte“ in die eigene Beziehung eingebracht werden und andererseits kann es die Phantasie beflügeln und das eigene Gemüt positiv beeinflussen.

So kann auch eine negative Sache manchmal ihre guten Seiten haben, aber nur dann, wenn man sich nicht noch weiter vom eigenen Mann oder der eigenen Frau entfernt. Denn dann steigen die Risiken für ein Scheitern der Beziehung. Deswegen kann es sinnvoll sein, seinen Partner um Hilfe zu bitten, wenn aus dem einfachen Seitensprung oder der nichtssagenden Affäre eine längerfristig andauernde Liebesbeziehung in Form einer Zweitbeziehung wird. Eine solche Liebesbeziehung weit über ein einfaches Verhältnis hinaus. Es stellt sich somit die Frage, was man sich selbst für die Zukunft erwünscht, wenn man überlegt, ob man Fremdgehen beichtet.

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