Wo beginnt Untreue?

Sie lieben Ihren Partner und möchten Ihr Leben lang mit ihm zusammen bleiben. Beide sind Sie jung, attraktiv und beliebt. Doch wo der eine nur mit Freunden zusammen eine schöne Zeit hat und sich amüsiert, kann der andere seine Finger nicht bei sich behalten oder flirtet, was das Zeug hält.

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Da fragt man sich schnell, wo bin ich grundlos eifersüchtig, und wo beginnt die Untreue? Sollte mein Partner die schönsten Stunden ausschließlich mit mir verbringen, oder ist es in Ordnung, wenn er sich allein mit Freunden beiderlei Geschlechts trifft und Spaß hat?
Auch die neuen Medien machen es leicht, eben mal einen heißen Flirt per Chat durchzuziehen oder eine verstohlene SMS zu senden. Ist das schon Fremdgehen, auch wenn kein Sex im Spiel ist? Oder ist man erst untreu, wenn man auch tatsächlich in der Kiste gelandet ist?

Diese Frage beschäftigt nicht nur Betroffene, die sich durch das erotische Gehirnkino gekränkt und betrogen fühlen, sondern auch Psychologen und Paar-Therapeuten. Denn nicht selten wird die Faszination für solche Erlebnisse immer stärker und manchmal wird die Nebenwelt mit der Zeit sogar wichtiger als die reale Beziehung.
Außerdem sind sich die Experten einig, dass auch in einer solchen Situation vergleichbare Emotionen und erotische Spannungen auftreten können, wie bei einem echten Seitensprung. Deswegen beurteilen Fachleute eine emotionale Affäre genau gleich wie einen vollzogenen sexuellen Seitensprung.

Der Partner tut und fühlt etwas heimlich und lebt seine Phantasien aus. Oft genug geht es dabei um Aspekte, die er in seiner realen Beziehung vermisst. Und die Gefühlspalette ist absolut identisch, wie bei jedem anderen Verliebt sein oder Seitensprung: das Neue, Unbekannte, die Schmetterlinge im Bauch und die Faszination des Verbotenen.

Und nicht nur für den untreuen Partner ist solch ein emotionaler Seitensprung vergleichbar mit einem vollzogenen. Denn auch für ihn sind die Gefühle die gleichen, als würde der Partner tatsächlich fremdgehen. Die Enttäuschung, das Verletzt sein und der Zorn sind genau die gleichen. Auch der Knacks, den das Selbstwertgefühl erhält ist genauso groß, als wenn der Partner Sex gehabt hätte.

Bei der persönlichen Bewertung der Treue des Partners spielt jedoch häufig die Gesamtsituation eine Rolle. Personen, die seelisch stabil sind, sich geliebt fühlen und auch sonst in ihrer Beziehung den Eindruck haben, dass Sie von ihrem Partner genug Aufmerksamkeit erhalten, sind meist sehr viel großzügiger bei der Bewertung einer grenzwertigen Situation.

Ein lustiger Flirt, ein langer, vielsagender Blick, häufige Überstunden oder auch ein Männerabend, der bis in die frühen Morgenstunden geht, lässt sie kalt. Sie wissen ja, dass der Partner zu ihnen steht und ihnen gibt, was sie emotionell benötigen. Solche Menschen leiden sehr viel weniger und ersparen sich und ihrem Partner unschöne Szenen und Seelenleid.

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